Bericht zur Schülerakademie für Mathematik und Informatik in Münster 2017

„Talente finden Lösungen, Genies entdecken Probleme“ (H. Krailsheimer) – SMIMS 2017

Wo gehen Streber hin, wenn sie sich im Unterricht langweilen, Herausforderungen suchen und Gleichgesinnte kennenlernen wollen? Richtig, auf eine Akademie. Zum Beispiel die Schülerakademie für Mathe und Informatik in Münster (kurz: SMIMS). Hier trafen jegliche Spezies von Informatikcracks, Mathenerds, Pi-Aufsager und zukünftige Physikstudenten zum 17. Mal vom 2.-6. Oktober im Jugendgästehaus am Aasee aufeinander – und dieses Jahr war ich mittendrin!

Die 17 herausfordernden Projektkurse mit jeweils 5-8 Teilnehmern gingen thematisch von Kryptoanalyse über Programmierung einer App (Study Companion), die sich Android-Nutzer nun im Playstore herunterladen können, zu reiner Mathematik und ihrer alltäglichen Anwendung. Eines der wenigen rein mathematischen Projekte wurde mir zugeteilt: Konstruktion von Hochgeschwindigkeitstrassen. Fünf Tage lang biss sich unser Kurs an der Aufgabe, in Partnerarbeit ein eigenes realistisches, aber effizientes Autobahnkreuz zu konstruieren, die Zähne aus. Klingt einfach, aber ist – gerade unter Zeitdruck, denn es standen noch andere Punkte als nur die Kursarbeit auf dem Programm – aufwendiger, als man denkt: Beim Zusammensetzen von Klothoiden, Geraden, Kreisen und Polynomen müssen nämlich bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, die sich von der Realität hergeleitet erst in mathematische Bedingungen ausgedrückt werden müssen.

http://www.smims.nrw.de/projekte2009/3-/fotos.html

Die leichte anfängliche Überforderung wandelte sich aber im Laufe der intensiven Kursmodule in einem lockeren Arbeitsklima zu einer spaßbringenden, aber ehrgeizigen Arbeit, deren Ergebnisse wir sogar am letzten Tag auf einer festlichen Veranstaltung bei der Fiducia & GAD IT AG vor der Presse, der Wissenschaftsministerin Sevanja Schulze und dem Regierungspräsidenten Prof. Dr. Reinhard Klenke präsentieren durften.

Dort fasste Jörg Staff, Vorstand der Fiducia, in seinen abschließenden Worten die vergangenen Tage passend zusammen: „Wenn ich in Ihre Augen sehe, sehe ich müde Augen, denn Ihre Woche war sehr arbeitsintensiv. Aber vor allem sehe ich in Ihnen die Zukunft. Mit Ihren teilweise unglaublichen Projekten, die Sie innerhalb kürzester Zeit umgesetzt haben, haben Sie schon jetzt Herausragendes geleistet.“

Deswegen wurden uns auch berufliche Aussichten in der viel zu kurzen Woche zu Tage gelegt. Dies geschah durch vielfältige Angebote, z.B. Treffen mit verschiedenen Unternehmen, einem „Markt der Möglichkeiten“ mit Ständen verschiedener Universitäten und Fachhochschulen im Raum NRW und sogar einer Informatikvorlesung extra für uns SMIMS-Teilnehmer.

Obwohl wir mit über 100 Teilnehmern eine für die vergleichbar kurze Zeit unüberschaubare Gruppe waren, haben wir alle einige neue, aber intensive Kontakte in kleineren Gruppen gefunden. Da unsere Interessen gerade im naturwissenschaftlichen Bereich so nah aneinander liegen und wir sozusagen auf der gleichen Wellenlänge λ sind, gibt es bei unseren Treffen immer wieder neuen Stoff für interessante, nicht nur fachliche Gespräche und Diskussionen.

Wir sehen uns noch heute regelmäßig und schauen gerne auf die intensive gemeinsame Zeit in Münster zurück, von der wir alle sehr profitiert haben und unsere Persönlichkeit und Interessen weiterbilden konnten. Und so, wie es momentan aussieht, wird sich wohl der ein oder andere bald in der gleichen Uni im selben Studiengang wiedersehen und vielleicht sogar zusammen in einer WG landen.

Quelle: http://www.smims.nrw.de/fotos/abschlussfoto/index.html

J. Lorenz (Q2)

 

eingestellt am 14.02.18 (K. Jeranek)