Von ABI-n-die-Freiheit zu zurück-in-die-Schule

Obwohl am Pius-Gymnasium üblicherweise kein Samstagsunterricht stattfindet, fanden sich am Samstag, dem 06.06.2026 knapp fünfzig Schüler/-innen in der Aula ein – ehemalige Schüler/-innen, mit der ein oder anderen neuen Frisur und manch gewachsenem Bart aber vor allem mit vielen alten Erinnerungen.

Zehn Jahre nach unserem Abitur 2016 war das Stufentreffen geprägt von Wiedersehensfreude und Neugier bezüglich der verschiedenen Wege der einstigen Mitschüler/-innen wie auch der Entwicklung der Schule selbst. Entsprechend wurde viel und laut erzählt: Fast wollte man meinen, dies sei das Klassentreffen der Jahrgangsstufe 5, welches am Vortag stattgefunden hatte. Schnell fanden sich frühere Freundesgrüppchen um einen Stehtisch oder das Snack-Büffet versammelt und auch manch eine/r, der/die in der Runde fehlte, fand sich in digitaler Form doch ein, als der Abi-Film noch einmal abgespielt wurde.

Bei der Führung durch das Schulgebäude, die Außenanlagen und vor allem den neuen Anbau stellten sich manch vertraute Verhaltensweisen wieder ein: Neben welche Freundin setzt man sich beim Begutachten des neu eingerichteten Klassenraums? Wer kennt die beste Strategie, ein Smartphone so zu verstecken, dass es nicht im Handyhalter auf dem Lehrerpult landet? Doch auch viel Neues zeigte sich, von der Größe der jetzigen Mensa über den hübschen Bibliotheksraum mit seiner Terrasse bis hin zu der überraschenden Aussage eines Klassenkameraden, der beim Blick auf den Vertretungsplan feststellte, dass eine Mathematikstunde entfallen würde, und darauf nur antwortete: „Schade.“

Wenig bedauert aber viel gelacht wurde schließlich bei der Ausgabe unserer Abiturklausuren. So manche Berechnung, Jahreszahl oder fremdsprachliche Redewendung, die einem damals flüssig von der Hand ging, würde inzwischen wieder einiges an Kopfzerbrechen erfordern. Dafür könnte man inzwischen verschiedene Schreibfehler und Denksprünge selbst korrigieren und manch einer studiert oder arbeitet nun zu Dingen, von denen man in der Schulzeit noch nicht einmal gehört hatte.

So verband sich an diesem Nachmittag Altbekanntes mit neuen Blickwinkeln. Wir sind alle zehn Jahre älter geworden: Inzwischen freut man sich, wenn man beim Aufbau der Veranstaltung vom Hausmeister bemerkt und für eine verirrte Oberstufenschülerin gehalten wird. Doch haben die Gemeinsamkeiten, viele Freundschaften und das Lernen nicht aufgehört. Man erkennt einander noch und konnte einige bei diesem Treffen noch einmal neu kennenlernen.

Besonders schön war dabei natürlich die heimatliche Umgebung und die Unterstützung von insbesondere Herrn Hillemacher bei allem, von der Organisation bis zum Aufräumen, Herrn Schaaf beim Aufbau und Herrn Kreutz bei der Führung durchs Haus. Auch die Begegnung mit einem anderen Ehemaligen, der ein Jahr nach uns seinen „Abschluss“ genommen hat, sorgte für Vergnügen: Herr Wick schaute zu Beginn des Treffens vorbei und hieß uns noch einmal ganz herzlich willkommen in „unserer“ Schule.

Entsprechend gingen wir an diesem „Schultag“ – entgegen unseres Abi-Mottos „ABI-n-die-Freiheit“ – freiwillig später nachhause als geplant. Viele verabschiedeten sich mit der Erklärung, zum nächsten Jubiläum gerne wiederkommen zu wollen und zu hoffen, dann noch einige mehr der ehemaligen Mitschüler/-innen und Lehrkräfte wiederzusehen. Bis dahin erst einmal herzlichen Dank an diejenigen, die bei der Planung und Umsetzung des Treffens mitgeholfen haben, und an alle, die es durch ihr Kommen mit Leben gefüllt haben.

Alles Gute und bis hoffentlich bald wieder!

Alexandra Herbst, Abi-Jahrgang 2016